Stagnierender US-Einzelhandelsumsatz im April noch kein Schwächesignal
Bei den US-Einzelhandelsumsätzen für den Monat April rechnen wir mit einer Stagnation auf dem Vormonatswert, während der Wert ohne die Autokomponente um 0,6 % gg. Vm. zulegen dürfte. Wegen des kräftigen Zuwachses der Einzelhandelsumsätze im März würde aber eine Stagnation auf dem März-Wert im gesamten 2. Quartal 2010 immer noch einen Quartalszuwachs von 1,4 % nach sich ziehen. Seit dem 3. Quartal 2009 liegt das Aufwärtsmomentum der Einzelhandelsumsätze in jedem Quartal bei beachtlichen 1,8 % gg. Vq. Wir erwarten beim US-Wirtschaftswachstum, dem BIP, für das Kalenderjahr 2010 einen Zuwachs um 2,7 % gg. Vj. Dabei dürfte die Teilkomponente des privaten Verbrauchs unterproportional zulegen (2,0 % gg. Vj.). Zu konstatieren ist, dass sich unsere Einschätzung bisher noch nicht in den entsprechenden harten Konjunkturdaten widerspiegelt. Während Deutschland mit einem hohen statistischen Überhang (2,5 % gg. Vq.) bei der Industrieproduktion in das 2. Quartal startete, beträgt der entsprechende Wert für die USA nur 0,2 %. Im April sollte die USIndustrieproduktion um 0,5 % zulegen, so dass die Jahresrate von 4,0 % im März auf 5,0 % im April anziehen dürfte. Wir rechnen vor diesem Hintergrund beim USWirtschaftswachstum im 2. Quartal mit keinem stärkeren Anschub als im 1. Quartal 2010 (annualisiert: 3,2 %), während in Deutschland ein höheres Wachstumsmomentum als im 1. Quartal 2010 wohl unstrittig sein dürfte. Die US-Kapazitätsauslastung, die im Juni 2009 auf das Rekordtief von 68,3 % nachgab, dürfte im April den zehnten Anstieg in Folge auf 73,7 % aufweisen. Seit 1990 betrug die Kapazitätsauslastung im Durchschnitt rund 80 %. Insofern sind Anzeichen für einen anziehenden Preisdruck weiterhin nicht erkennbar.Estland kann den Euro einführen
Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, Estland im kommenden Jahr in die Eurozone aufzunehmen. Bei Vorbehalten der EZB gegen den Beitritt treffen die Finanzminister der Eurozone nach dem Plazet durch die EU-Staats- und Regierungschefs im Juli die endgültige Entscheidung. Deutschland und die Eurozone sind mit einem Quartalszuwachs um 0,2 % trotz der ungünstigen Witterungsbedingungen gut in das Jahr 2010 gestartet. In Deutschland, wo zudem der Wert für das 4. Quartal 2009 auf 0,2 % gg. Vq. (zuvor 0,0 % gg. Vq.) nach oben revidiert wurde, konnten damit die Markterwartungen leicht überboten werden. Spaniens Regierungschef Zapatero hat zusätzliche Sparmaßnahmen im Volumen von je 15 Mrd. EUR für 2010 und 2011 angekündigt. Damit soll das Budgetdefizit in 2010 auf 9,3 % des BIP reduziert werden (2009: 11,2 %). Das Wirtschaftswachstum wird wohl 2010 leicht unterhalb der Marke von 1,8 % liegen, die im Stabilitätsprogramm zum Jahresanfang unterstellt wurde. Portugal will mit zusätzlichen Sparmaßnahmen das Budgetdefizit von 9,4 % des BIP (2009) auf 7,3 % in 2010 absenken. Die Sorgen um die Solidität der Staatsfinanzen in der Eurozone reißen nicht ab und der Euro dürfte heute die Unterstützungsmarke bei 1,2521 USD antesten. Das US-Handelbilanzdefizit weitete sich im März, wie erwartet, leicht auf 40,4 Mrd. USD (Februar: 39,4 Mrd. USD) aus.
Quelle: www.hsbctrinkaus-markets.de