Keine Preisgefahren in der Eurozone


Die finalen Daten zur Inflation in der Eurozone sollten unterstreichen, dass sich die Preisgefahren in Grenzen halten. So rechnen wir mit einer Bestätigung des bereits gemeldeten Rückgangs der Jahresrate von 1,6 % auf 1,4 % im Juni. Auch in den kommenden Monaten dürfte hier nichts anbrennen: Schwaches Wachstum, eine hohe Arbeitslosigkeit gepaart mit niedrigem Lohndruck und ein allenfalls moderates Kreditwachstum lassen keinen aufkeimenden Inflationsdruckdruck zu. An der Preisfront stehen in den USA die Importpreise für den Monat Juni an, die um 0,3 % im Monatsvergleich nachgegeben haben dürften. Die Jahresrate würde auf Basis dieser Prognose von 8,6 % auf 5,5 % nachgeben. Am Nachlassen ist in den USA die Ausgabenlaune der Konsumenten: Nachdem die Einzelhandelsumsätze im Mai schon um 1,3 % gg. Vm. fielen, rechnen wir im Juni mit einem Minus von 0,3 %. Die nur sehr moderate Erholung am Arbeitsmarkt und die stockende Stabilisierung am Immobilienmarkt drücken die Zuversicht der Konsumenten. Das Sitzungsprotokoll der letzten FOMC Sitzung dürfte Einblicke liefern, für wie solide die Währungshüter die Binnenkräfte der US-Konjunktur einschätzen. Zudem ist es von Interesse, inwiefern die FOMCMitglieder die Gefahren eines Überschwappens der 'Euroland-Krise' auf die USA einschätzen. Morgen früh stehen mit der Veröffentlichung der chinesischen BIPZahlen erste Informationen dafür an, ob sich die Wirtschaft im 2. Quartal deutlich abgekühlt hat. Nachdem im 1. Quartal dieses Jahres das Jahreswachstum 11,9 % betrug, rechnen wir für das 2. Quartal 'lediglich' mit einem Plus von 10,5 %. Auch in den kommenden Quartalen sollten sich Anleger auf niedrigere Wachstumsraten einstellen. So hat sich besonders der PMI für das Verarbeitende Gewerbe deutlich abgeschwächt aber auch im Dienstleistungssektor wurden zuletzt Moll-Töne angeschlagen.

Staatsfinanzen bleiben im Fokus



Weder der stärker als erwartete Rückgang der ZEW-Konjunkturerwartungen von einem Saldenwert von 28,7 auf 21,2 noch die Herabsetzung des Ratings von Portugal durch Moody´s auf A1 konnten der Einheitswährung zusetzten. Vielmehr legte der Euro zum US-Dollar im Umfeld fester Aktienmärkte in der Spitze bis auf über 1,27 USD zu und dürfte sich heute über dieser Marke festsetzen. Dabei wirkte sich gestern wohl leicht stützend aus, dass es Griechenland gelang 1,6 Mrd. EUR Geldmarktpapiere mit einer Laufzeit von 6 Monaten an den Kapitalmärkten zu platzieren. Für den Erfolg musste Griechenland aber tief in die Tasche greifen: Die Rendite lag bei 4,65 %. In Großbritannien dürften die Sorgenfalten der Notenbank größer werden. So überraschte die Inflation im Juni erneut auf der Oberseite. Die Kernrate zog von 2,9 % auf 3,1 % an (Konsens: 2,8 %). 

Quelle: www.hsbctrinkaus-markets.de




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