Mit Forward-Darlehen günstiges Zinsniveau sichern
Ein bestehendes Baudarlehen abzulösen lohnt sich in der Regel aber nicht, denn die fälligen Vorfälligkeitsentschädigungen oder Aufhebungsentgelte machen den Zinsvorteil schnell zunichte. Anders sieht es für anstehende Anschlussfinanzierungen aus: Hier lässt sich mit einem so genannten Forward-Darlehen das extrem niedrige Zinsniveau für den Folgekredit sichern. Der Spareffekt ist enorm: Ein 200.000 Euro-Darlehen kostet bei einem Prozent Anfangstilgung heute im Monat rund 320 Euro weniger als vor acht Jahren. Baufinanzierungs-Experten der Deutschen Bank zeigen auf, welche Kriterien bei Forward-Darlehen zu beachten sind.Ein Forward-Darlehen ist im Prinzip ein klassisches Baufinanzierungsdarlehen, das heute zu aktuellen Konditionen abgeschlossen wird und das zum Ende der aktuell laufenden Zinsbindung nahtlos an den Erstkredit anschließt. Die maximale Vorlaufzeit kann je nach Kreditinstitut 24 bis 48 Monate betragen, in Ausnahmefällen bis zu 60 Monate. Die Sicherung des aktuellen Zinsniveaus für später kostet in der Regel einen kleinen Zinsaufschlag. Für jeden Monat, der bis zur Auszahlung des Forward-Darlehens vergeht, berechnen Kreditinstitute im Durchschnitt 0,01 bis 0,04 Prozent zusätzlich. Startet das Forward-Darlehen in drei Jahren, würden bei einem Zinsaufschlag von 0,025 Prozent demnach 0,6 Prozent Extrazins berechnet. Ein Zehnjahresdarlehen zu 3,6 Prozent würde den Kreditnehmer im Endeffekt also 4,2 Prozent Nominalzins kosten.
Viele Eigenheimbesitzer nehmen diesen Aufschlag gerne in Kauf, denn ob die Zinsen angesichts hoher Inflationsrisiken in drei Jahren weiter bei moderaten 4,2 Prozent stehen, ist ungewiss. Doch trotz des aktuell günstigen Zinsniveaus sollten Immobilienbesitzer ein Forward-Darlehen nicht vorschnell abschließen. Eine zu lange Vorlaufzeit oder ein hoher Zinsaufschlag können Forward-Darlehen nämlich spürbar verteuern. Beträgt die Wartezeit bis zum Start des Anschlusskredits zum Beispiel vier Jahre und der monatliche Zinsaufschlag 0,04 Prozent, wären immerhin 1,92 Prozent Extrazins fällig.
Die Deutsche Bank empfiehlt Kreditnehmern in jedem Fall ein persönliches Beratungsgespräch, um die individuellen Konditionen für eine optimale Anschlussfinanzierung zu ermitteln.
Quelle: www.db-themendienst.de