Marktübersicht - DB Indikationen

 DAX   TecDAX   E-Stoxx   DJ   Nasdaq   Nikkei   SMI   ATX  16.03.2010
DAX Tops Diff %
Infineon +3,45%
Siemens +2,90%
Metro +2,62%
 
DAX Flops Diff %
E.ON -0,21%
Fresenius . -0,17%
Münchener . -0,09%
 DAX 5.971 +1,14% 
 TecDAX 830,12 +0,36% 
 MDAX 7.931 +1,01% 
 SDAX 3.810 +0,30% 
 CDAX 520,72 +1,10% 
 Prime 2.203 +1,07% 

Schwellenländer sind finanziell solide aufgestellt


London (BoerseGo.de) - In einigen wichtigen Bereichen sind die wirtschaftlichen und fiskalischen Fundamentaldaten der Schwellenländer inzwischen besser als die der Industriestaaten. Darauf weist Julian Thompson vom Investmenthaus threadneedle hin.  "Die Industriestaaten scheinen einen enormen Appetit auf immer neue Schulden zu haben und nehmen dafür beträchtliche Haushaltsdefizite in Kauf, während die Schwellenländer bereits seit einiger Zeit ihre Schulden abbauen und manche sogar Haushaltsüberschüsse erwirtschaften", schreibt der Anlagestratege in einem aktuellen Marktkommentar.

Nach dem Bericht des IWF zur weltweiten Finanzstabilität vom April dieses Jahres werde die staatliche Bruttoschuldenstandsquote Großbritanniens nach 52 Prozent Ende 2008 bis 2010 auf 73 Prozent ansteigen. Pessimistischeren Schätzungen zufolge könne die Quote aber durchaus über 80 Prozent liegen, so Julian Thompson. In den USA werde die Quote von derzeit 71 Prozent auf sogar 98 Prozent steigen. Für Deutschland sagt der IWF einen Anstieg von 67 auf 87 Prozent voraus.

Im Gegensatz dazu müssten zwar auch die meisten Schwellenländer mit steigenden Defizits zu rechnen, die zusätzlichen Haushaltsfehlbeträge fielen aber deutlich geringer aus als in den Industriestaaten. So sei in Mexiko ein Anstieg von 39 auf 44 Prozent, in der Türkei ein Anstieg von 39 auf 41 Prozent zu erwarten. Das boomende Brasilien werde wahrscheinlich trotz Krise das Defizit zwischen 2008 und 2010 sogar von 36 auf 33 Prozent reduzieren können, schreibt Thompson.

Es sei anzunehmen, dass in Zukunft deutlich mehr Kapital in die sich entwickelnden Volkswirtschaften fließen werde. Die zunehmenden Mittelzuflüsse in die Schwellenländer werden sich laut Thompson in Form starker Währungen und niedriger Zinsen auswirken, was wiederum in den Schwellenländermärkten einen neuen Konsum- und Investmentzyklus in Gang bringen werde.

"Die Bevölkerung der Schwellenländer ist jung, die Verbraucher sind nur gering verschuldet, die Bankensysteme solide, und die Politik ist kapitalfreundlich", schreibt Thompson. Davon könnten auch Anleger profitieren. "Wir sind der Meinung, dass Schwellenländeraktien gegenüber anderen Aktien-Anlageklassen einen Aufschlag erfahren werden, weil auch die Anleger das langfristig wesentlich größere Wachstumspotenzial sehen, das momentan allein diese Märkte bieten können."
(© BörseGo AG 2009 - http://www.godmode-trader.de/ - Autor: Oliver Baron, Redakteur)

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