
Im 2. Quartal 2009 betrug das US-Handelsbilanzdefizit monatsdurchschnittlich ' nur' 27,1 Mrd. USD. Im 4. Quartal 2009 betrug es aber bereits wieder 36,5 Mrd. USD, wobei das Minus im Dezember 2009 auf 40,2 Mrd. USD anschwoll. Bei moderaten Monatzuwächsen sowohl bei den Exporten als auch bei den Importen erwarten wir zum Jahresauftakt 2010 eine weitere marginale Ausweitung auf 41,0 Mrd. USD. Damit zeichnet sich für das gesamte 1. Quartal 2010 eine erneute Ausweitung des Handelsbilanzdefizits ab. Während im 4. Quartal 2009 die Veränderung des Außenhandels noch einen leicht positiven Wachstumsbeitrag zum annualisierten BIP-Plus (5,9 %) abgelieferte, dürfte sich dies zum Jahresauftakt 2010 nicht wiederholen. Auf Basis der kumulierten 12-Monatswerte ist der Fehlbetrag gegenüber China mit einem Anteil am gesamten US-Handelsbilanzminus von aktuell 59,6 % zuletzt nur marginal gesunken.
Der bisherige Höchststand wurde im November 2009 mit 59,8 % erreicht. Im Mittel seit Januar 2001 betrug dieser Wert 30,7 %. Dies zeigt den massiven Bedeutungsgewinn Chinas am Handelsgeschäft der USA. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte auf ihrer heutigen Sitzung das Zielband für den Dreimonats-Libor unverändert bei 0,00 % bis 0,75 % belassen. Wir erwarten, dass weiter der untere Bereich des Bandes um 0,25 % angesteuert wird. Zudem wird die SNB wohl erneut betonen, einer übermäßigen Aufwertung des Franken gegenüber dem Euro entschieden entgegenzuwirken. Wir rechnen jedoch damit, dass die SNB im weiteren Jahresverlauf ihren expansiven geldpolitischen Kurs allmählich zurückführt. Die Anpassung sowohl der 2010er Wachstumsprognose von bisher 0,5 % bis 1,0 % als auch der Inflationsaussichten (bisherige Projektion für 2010: 0,5 %; 2011: 0,9 %) dürfte dabei Anhaltspunkte dafür liefern, wann mit einer Leitzinserhöhung zu rechnen ist.
Kollaps beim deutschen Handelsbilanzüberschuss im Januar 2010
Überraschenderweise gab der saisonbereinigte Handelsbilanzüberschuss im Januar in Deutschland bei einem Monatsanstieg der Importe um 6,0 % und einem noch etwas deutlicherem Minus der Exporte um 6,3 % auf 8,7 Mrd. EUR nach. In den beiden Vormonaten lag der Überschuss noch bei knapp 17 Mrd. EUR. Ein spürbar wachstumsdämpfender Effekt vom Außenbeitrag ist damit für das 1. Quartal 2010 wohl kaum vermeidbar. Die Befürchtung, dass das deutsche Wachstumsmomentum nach der Stagnation im 4. Quartal 2009 nicht sofort wieder kräftig anzieht, ist nicht von der Hand zu weisen. Die britische Industrieproduktion wies im Januar ein Monatsminus von 0,4 % aus (Marktkonsens: +0,3 %). Obwohl hierfür wohl vor allem witterungsbedingte Gründe eine Rolle gespielt haben dürften, gab die britische Währung zum Euro spürbar nach. Auch in den kommenden Wochen dürfte das Pfund unter Druck bleiben. Erst nach den Parlamentswahlen (voraussichtlich im Mai) rechnen wir mit einer Stabilisierung der britischen Valuta. Die Reserve Bank of New Zealand hat den Leitzins unverändert bei 2,50 % belassen, dabei aber ihre Erwartung bekräftigt, dass zur Jahresmitte eine erste Zinserhöhung ansteht. Der Hochpunkt im Zinszyklus könnte laut Gouverneur Bollard aber niedriger liegen als in den Zyklen zuvor.
Quelle: www.hsbctrinkaus.de
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