Neubauverkäufe mit Minus
Zuletzt hatte eine Reihe von Daten auf eine nachlassende Aktivität am USHäusermarkt hingewiesen. Bei den Neubauverkäufen rechnen wir mit einen Rückgang von 300.000 (ann.) auf 290.000 (ann.) Mit Blick auf die sinkende Nachfrage nach Immobilien bei einem weiter hohen Angebotsdruck aufgrund von Zwangsversteigerungen dürfte sich der Auftrieb bei den Hauspreisen stark in Grenzen halten. Bei dem CaseShiller-Hauspreisindex (Dienstag) rechnen wir im Mai lediglich mit einem Plus um 0,1 % gg. Vm. Aufgrund von Basiseffekten würde sich die Jahresrate aber noch einmal von 3,8 % auf 4,0 % steigern, ein Trend der sich in unseren Augen aber nicht fortsetzen wird. Die auslaufende Erholung am Immobilienmarkt dürfte in Kombination mit der Arbeitslosigkeit im 2. Quartal zu einer Abkühlung beim Konsum geführt haben: Nachdem in den ersten drei Monaten des Jahres noch ein Plus von 3,0 % (ann.) verzeichnet worden war, unterstellen wir für das 2. Quartal einen Zuwachs von 2,0 % (ann.). Mit Blick auf das gesamte BIP (Freitag) rechnen wir im 2. Quartal sogar mit einer Beschleunigung des Wachstums auf 2,9 % (ann.) (Vorperiode: 2,7 %).Anstieg des ifo Geschäftsklimas rekordverdächtig
Die am Freitag anstehenden Konjunkturdaten konnten deutlich auf der positiven Seite überraschen. Anzuführen ist hier zunächst das britische BIP, das im 2. Quartal um 1,1 % gg. Vq. zulegen konnte (Konsens 0,6 %). Zudem zeigten sich die deutschen Unternehmen trotz der jüngsten Hinweise auf eine Abschwächung der globalen Wirtschaft in weltmeisterlicher Stimmung. Im Juli stieg der ifo Geschäftsklimaindex um 4,4 auf 106,2 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit Juli 2007. Das verzeichnete Niveau entspricht somit fast den im Vorfeld der Krise erreichten Hochständen. Besonders erfreulich war im Berichtsmonat das spürbare Plus bei den Konjunkturerwartungen. Waren diese in den beiden Vormonaten noch rückläufig, ergab sich im Juli ein deutlich optimistischeres Bild. Mit 105,5 Punkten (Juni: 102,4) wurde hier der zweithöchste Wert in der Historie der Zeitreihe seit 1991 erzielt. Der Euro konnte hiervon zunächst zum US-Dollar nur kurzfristig profitieren, da im Vorfeld der Veröffentlichung der Bankenstresstests für Europa Unruhe an den Kapitalmärkten aufkam. Letztlich 'bestanden' nur 7 Banken den Test nicht, darunter in Deutschland die Hypo Real Estate - letzteres war aber bereits im Vorfeld bekannt gewesen. Im Rahmen des Stresstests wurde unterstellt, dass in den Jahren 2010/2011 das Wachstum 3 %- Punkte unterhalb der Prognose der Europäischen Kommission liegt. Für den europäischen Bankensektor würde es in diesem Szenario zu einem Absinken des 'Tier 1 Ratios' von 10,3 % (2009) auf 9,2 % (2011) kommen - ein Niveau mit dem die Aufsichtbehörden sehr gut leben können. Fraglich bleibt, ob die Annahmen aggressiv genug sind. In unseren Augen sind die Annahmen mit Blick auf die kurzfristigen Aussichten nicht zu optimistisch, da durch den Konjunktureinbruch in 2009 bei den Lagerbeständen und Investitionen bereits eine scharfe Anpassung stattgefunden hat. Untersucht wird in der Analyse allerdings nicht, wie sich eine über das Jahr 2011 anhaltende Schwächephase auf die Banken auswirkt. Der Euro konnte letztlich von der Veröffentlichung profitieren, legte auf über 1,29 USD zu und dürfte sich heute oberhalb dieser Marke festsetzen.
Quelle: www.hsbctrinkaus-markets.de
