Immobilienpreise in der Krise
Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat vor kaum einem Wirtschaftssektor halt gemacht. Die Preise für Aktien-, Anleihen und teilweise auch für Immobilien waren deutlich rückläufig. Durch die finanziellen Konsequenzen von Kurzarbeit, Entlassungen und Lohnkürzungen haben die Menschen immer weniger Geld in der Tasche. Mit einiger Verzögerung schlägt dies auch auf den sonst so soliden Immobilienmarkt durch. Viele Hausverkäufer haben bereits die Preise gesenkt, um überhaupt noch potentielle Kunden anlocken zu können. Andere handeln unter dem Druck einer hohen Schuldenlast, die durch den Immobilienverkauf getilgt werden soll. Auch die Zahl der Zwangsversteigerungen zieht in letzter Zeit wieder deutlich an.
Für potentielle Immobilienkäufer bieten sich daher in der momentanen Marktsituation ideale Chancen zum Einstieg an. Momentan dürfte es wohl kaum einen Verkäufer geben, der nicht mit sich verhandeln ließe. Angst vor nachhaltiger Wertvernichtung sollten Immobilieneigentümer dennoch nicht haben. Immerhin steht einer Vielzahl von Verkäufern auch eine hohe Zahl an Kaufinteressenten gegenüber, die nicht nur aufgrund der gefallenen Immobilienpreise, sondern auch wegen der momentan niedrigen Zinsen interessante Einstiegschancen sehen.
Immobilien als Inflationsschutz
Und tatsächlich sind die Aussichten gut. Viele Experten befürchten schon seit einigen Monaten eine bald anziehende Inflation (Geldentwertung), durch die die hohe Staatsverschuldung reduziert werden könnte. Vor diesem Hintergrund prognostizieren viele Analysten eine regelrechte Anlegerflucht in sogenannte Sachwerte. Zu diesen Sachwerten zählen auch Immobilien. Gerade vor dem Hintergrund der historischen Wertstabilität der Immobilien halten viele Anleger Häuser, Wohnungen und Grundstücke für eine adäquate Möglichkeit auch die aktuelle Krise zu überstehen.
Die Zeiten fallender Immobilienpreise dürften sich somit dem Ende neigen. Zwar sollte niemand von Wertsteigerungen im zweistelligen Prozentbereich ausgehen, allerdings ist für die Zukunft zu erwarten, dass Immobilien neben möglichen Mieterträgen auch deutliche Wertzuwächse erzielen können. Für das kommende Jahrzehnt stellt die Immobilie als Geldanlage daher auch potentiell eine der besten Möglichkeiten dar.
Bei der Wahl des passenden Anlageobjektes sollte allerdings auch der demographische Wandel berücksichtigt werden. So sollte man sich bei der Suche nach passenden Renditeobjekten grundsätzlich eher auf Objekte in städtischen Lagen konzentrieren. Damit wird die Anlage in Immobilien auch dem Trend der Stadtflucht gerecht, in dessen Rahmen immer mehr junge Menschen ländliche Gegenden verlassen, um der Arbeit wegen in städtische Gebiete überzusiedeln.
Quelle: Geld.com Aktuell Ausgabe 14/2009
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