IFRS-Reformpläne nicht demokratisch legitimiert
Für die Reformpläne hagelte es Kritik: In über der Hälfte der 300 Stellungnahmen wurden Kernbereiche des Entwurfs beanstandet. Die Kritikpunkte wurden jedoch nur zur Kenntnis genommen und nicht weiter diskutiert. 'Das ist ein Skandal. Die Arbeit der Standardsetter (IASB) ist nicht demokratisch legitimiert. Stattdessen verhält sich das Board wie ein Alleinherrscher. Mit sachlichen Argumenten ist hier nichts mehr zu bewegen. Jetzt muss die Bundesregierung einschreiten. So darf in Europa kein Reformprozess ablau-fen', fordert Mudersbach. Die Leasing-Wirtschaft erhofft sich von CDU/CSU und FDP auch inhaltlich Unterstützung. Der BDL-Präsident weiter: 'Im Koali-tionsvertrag heißt es, dass die deutsche Sichtweise des Handelsgesetzbuchs stärker im IASB repräsentiert und die demokratische Legitimation bei der Setzung der Rechnungslegungsstandards erzielt werden soll. Wir werden die Regierung beim Wort nehmen.'
Der IASB hat seine gemeinsam mit dem US-amerikanischen Standardsetzer Federal Accounting Standards Board (FASB) entwickelten Reformüberle-gungen im Frühjahr in einem Diskussionspapier veröffentlicht. Demnach sol-len unter IFRS zukünftig ausnahmslos alle Miet- und Leasing-Verhältnisse mit den daraus resultierenden Nutzungsrechten ('Rights-of-Use') und Ver-pflichtungen in der Bilanz des Mieters erfasst werden. Bisher werden geleaste Wirtschaftsgüter nur dann beim Leasing-Nehmer bilanziert, wenn mit dem Leasing-Geschäft im Wesentlichen alle Chancen und Risiken auf ihn über-tragen worden sind (Finance Lease). Bloße Nutzungsüberlassungen (Operating Leases) werden - wie andere Dienstleistungen auch - als 'schwebende Geschäfte' nicht bilanziell erfasst. In Deutschland ist nahezu das gesamte Leasing-Geschäft bilanziell Operating Lease und wird auch nach dem Handelsgesetzbuch beim Leasing-Geber bilanziert.
Quelle: www.bdl-leasing-verband.de
