Netto-Tilgungen am deutschen Rentenmarkt


Das Emissionsvolumen am deutschen Rentenmarkt ist im September 2009 auf 125,0 Mrd € gesunken (Bruttoemissionen im Vormonat: 146,0 Mrd €). Nach Abzug der erneut hohen Tilgungen und bei Berücksichtigung der Eigenbestandsveränderungen der Emittenten sind im Ergebnis Mittel in Höhe von 20,8 Mrd € an die Investoren zurückgezahlt worden. Zugleich kauften deutsche Anleger ausländische Schuldtitel für netto 1,8 Mrd €. Damit verringerte sich der Umlauf von in- und ausländischen Schuldverschreibungen in Deutschland im September um 19,0 Mrd €.

Die Öffentliche Hand nahm im September den deutschen Rentenmarkt mit 6,0 Mrd € am stärksten in Anspruch. Dabei erhöhte ausschließlich der Bund seine Kapitalmarktverschuldung, und zwar um 6,0 Mrd €. Er emittierte im Wesentlichen fünfjährige Obligationen (6,0 Mrd €) und zehnjährige Anleihen (3,2 Mrd €). Zudem begab er unverzinsliche Schatzanweisungen (Bubills) für 1,6 Mrd €. Damit hat der Bund in den ersten drei Quartalen dieses Jahres derartige Papiere mit einer Ursprungslaufzeit von bis zu zwölf Monaten im Umfang von 66,6 Mrd € emittiert, verglichen mit 3,5 Mrd € im gleichen Zeitraum des Vorjahrs. Im September wurde zudem die zweite in US-$ denominierte Fremdwährungsanleihe des Bundes begeben. Die Anleihe mit einer Laufzeit von drei Jahren wies ein Emissionsvolumen von 2,7 Mrd € auf. Getilgt wurden dagegen zweijährige Schatzanweisungen in Höhe von 7,1 Mrd €. Die Länder beschafften sich über den Kapitalmarkt per saldo keine neuen Mittel.

Die heimischen Kreditinstitute reduzierten ihre Kapitalmarktverschuldung im September um 31,6 Mrd € (Vormonat: +8,6 Mrd €). Dabei führten sie den Umlauf öffentlicher Pfandbriefe und von Schuldverschreibungen von Spezialkreditinstituten um 23,2 Mrd € bzw. 7,4 Mrd € zurück. Ebenfalls getilgt wurden die flexibel gestaltbaren Sonstigen Bankschuldverschreibungen per saldo für 1,4 Mrd €. Dagegen begaben Hypothekenbanken Pfandbriefe in Höhe von netto 0,4 Mrd €.

Die inländischen Unternehmen platzierten im September Anleihen im Volumen von 4,7 Mrd €, und zwar überwiegend Papiere mit einer Ursprungslaufzeit von über einem Jahr. Im Vormonat hatten sie noch eigene Schuldtitel für netto 0,5 Mrd € getilgt.

Auf der Erwerberseite traten am deutschen Rentenmarkt im September vor allem ausländische Investoren als Netto-Verkäufer auf. Sie trennten sich von deutschen Papieren für 12,0 Mrd €, wobei es sich im Ergebnis ausschließlich um Titel privater Emittenten handelte. Außerdem verkauften die Kreditinstitute per saldo Schuldverschreibungen für 7,0 Mrd €. Inländische Nichtbanken reduzierten ihr Engagement in Rentenwerten um 4,1 Mrd €.

Aktienmarkt



Am deutschen Aktienmarkt haben inländische Gesellschaften im September 2,7 Mrd € über die Ausgabe neuer Aktien aufgenommen (Vormonat: 1,5 Mrd €). Der weit überwiegende Teil davon entfiel auf börsennotierte Unternehmen. Der Bestand an aus­ländischen Dividendenwerten am deutschen Markt verringerte sich um 0,2 Mrd €. Erworben wurden Aktien hauptsächlich von ausländischen Investoren, die ihre Aktienbestände in Deutschland um 7,3 Mrd € aufstockten. In geringem Umfang kauften auch inländische Kreditinstitute Dividendentitel (0,2 Mrd €). Im Gegenzug verringerten hiesige Nichtbanken ihr Engagement in deutschen Aktien um 5,1 Mrd €.

Investmentfonds



Inländische Investmentfonds konnten im September Anteilscheine für 8,5 Mrd € am deutschen Markt absetzen. Dieser Mittelzufluss kam fast ausschließlich den institutionellen Anlegern vorbehaltenen Spezialfonds zugute (8,2 Mrd €). Unter den Publikumsfonds zogen Aktienfonds 0,3 Mrd € auf sich. Rentenfonds, Gemischte Wertpapierfonds und sonstige Fonds mit gemischtem Mandat verkauften eigene Zertifikate für jeweils netto 0,2 Mrd €. Offene Immobilienfonds und Geldmarktfonds mussten hingegen Anteilscheine zurücknehmen (0,3 Mrd € bzw. 0,2 Mrd €). Ausländische Gesellschaften reduzierten im September den Umlauf von Fondsanteilen am deutschen Markt um 2,5 Mrd €. Investmentzertifikate wurden im Ergebnis weit überwiegend von heimischen Nichtbanken erworben (4,9 Mrd €). Zudem nahmen ausländische Anleger deutsche Fondsanteile für 0,6 Mrd € in ihre Portefeuilles. Inländische Kreditinstitute kauften per saldo Investmentzertifikate für 0,5 Mrd €.

Quelle: www.bundesbank.de




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